Tracht kommt von Tragen…

Tracht kommt von Tragen…

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…also hat eine Tracht immer Aufschluss auf die Persönlichkeit ihrer Trägerin gegeben. Je nach gesellschaftlichem Stand, je nach Reichtum oder Lebensweise hat sich die Tracht verändert.

So konnte die wohlhabende Bäuerin viel Stoff im Kittel verarbeiten lassen. Wenn man die alte Deferegger Tracht anschaut, müssen die Damen damals sehr wohlhabend gewesen sein, zwischen fünf und sieben Metern Rockumfang fächern sich beim Tanzen zu einem großen Kreis auf.

Die weniger „betuchte“ Bergbäuerin, die oben am Steilhang lebte und arbeitete, hatte einen kürzeren Kittel aus einem groben Woll-Ras Gewebe.
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Trachten und Dirndln

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Made by Marianna – das Osttiroler Dirndl >
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Vorhang auf für ein freches, lustiges und buntes Dirndl, das richtig Laune macht. Mit der Renaissance der Dirndlmode hat sich auch Trachtenschneiderin Marianna und ihre Tochter Anna etwas Besonderes einfallen lassen: „Leichte Stoffe, immer kariert, aus einer österreichischen Weberei, sind die Grundlage des unkomplizierten Dirndls, dass jede Frau jeden Alters kleiden soll." Angelehnt an das Pustertaler Dirndl mit seinem schwarz-rot-karierten Mieder – hochgeschlossen und mit Stehkragen – kann das Osttirol Dirndl durchgehend, sowohl der Rock als auch das Oberteil, in Karostoffen gehalten werden. Kleine Details wie das „Froschgoschal" am Ausschnitt oder eine farblich kontrastierende Paspel am Armloch machen das unkomplizierte Gewand so liebenswert. Bei den Schürzen ist alles erlaubt, einfarbig oder gemustert, seidig glänzend oder in Baumwollstoff, sie runden das Osttiroler Dirndl individuell ab. Und das i-Tüpferl sind natürlich die weißen Baumwoll- oder Leinenblusen. Auch hier darf variiert werden, Puffärmel, glatte Ärmel, mit Borten- oder Spitzenbesatz, ein Osttiroler Dirndl ist genauso wie seine Trägerin es wünscht. Die Gestaltungsmöglichkeit macht auch vor der Rocklänge nicht halt. Mal kurz, knie-umspielt, mittellang oder auch ganz lang, das Osttiroler Dirndl soll lustig schwingen und seine künftige Besitzerin sich richtig wohl fühlen. Dann kommt Freude auf!

Ohne Tradition keine Moderne. Ohne das Moderne kann man die Tradition nicht weiterleben, denn wir leben in keinem Museum.

So haben sich auch die Trachten über die Jahrzehnte oder Jahrhunderte immer verändert. Moderne, veränderte Lebensgewohnheiten, neue Handelswege, neue Materialien und neue Ausdrucksmöglichkeiten haben auch bei den Trachten Spuren hinterlassen. Dazu kamen die handwerklichen Fertigkeiten der Schneiderinnen. Waren sie besonders geschickt, konnten sie mehr Verzierungen, Biesen und Stickereien anwenden, waren sie es nicht, blieb die Gestaltung schlichter.

Tradition und Moderne gilt es nicht zu bewerten. Weder war die alte Zeit gut, noch sind die heutigen Zeiten schlecht. Wenn die jungen Mädchen heute kurze Dirndln tragen, dann müssen sie bequem und Disco-tauglich sein und Spaß machen.

Wohingegen traditionelle Trachten Elemente und Verarbeitungstechniken aufweisen, die sie charakterisieren und die vorkommen müssen. Aber bei der Wahl der Stoffe, der Muster, der Borten sind alle Freiheiten erlaubt und waren es auch immer, denn Tracht ist nie eine Uniform.
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Lienzer Tracht >
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Das Schmuckstück der Alten Lienzer Tracht, die weiße, in vielen Falten gelegte Halskrause, stammt ursprünglich aus dem spanischen Hofprotokoll. Darüber kommt der „Goller“, ein Kragen mit Klöppelspitze, zum Schutz der wertvollen Halskrause. Der Latz wurde ursprünglich aus glänzendem Kirchenbrokat gearbeitet, der Kittel aus einem dicken, karierten Lodenstoff. Ebenfallss den Festtagen vorbehalten war der lange Mantel der Männer, mit Gehfalte und Stulpen-Ärmeln. Die Kindergewänder waren denen der Erwachsenen nachempfunden, nur bunter durften sie sein.

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Lienz-/Pustertaler Tracht >
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Jede Region hat ihr eigenes Festtagsgewand, das zu Hochzeiten und hohen Feiertagen getragen wurde. Hier kam nur edles Material zum Einsatz, wie die vielen Samtbänder der Pustertaler Hochzeitstracht beweisen. Dazu ein Kittel aus Seide, ebenso wie die weiße Schürze. Die roten Bänder stehen für Liebe, für Freude und Fruchtbarkeit. Der Bräutigam trägt den typischen roten Wolljanker mit einer bestickten Hose aus „Teufelshaut“, dem Duvetine. Die dem Leder nachempfundene Baumwollwebe feiert heute als veganes Leder eine Renaissance.

Lesachtaler Tracht >
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Sillianer Bäurisches Gewand >
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Die kunstvoll gefertigten Details des Sillianer Bäurischen Gewandes…

Matreier und Iseltaler Tracht >
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In der Nationalparkgemeinde Matrei ist die Alt Matreier-Frauentracht mit dem roten samtenen „Busenfleck“ beheimatet. Am Gurt mit den Silberschließen hängen bunte „Bandeln“. Diese dienen der Zierde oder geben Auskunft, wie viele Manderleut schon „anbandeln“ wollten.
Die Mädchentracht war den jungen, unverheirateten Frauen vorbehalten. Die weiße „jungfräuliche“ Schürze wird mit blauen Bändern getragen. Die Iseltaler Tracht ist weniger aufwändig gearbeitet, typisch ist die Bänderführung am Rücken, die traditionell schwarzen Schürzen sind bunter geworden.

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Kalser Lucktscheppe >
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Die kunstvoll gefertigten Details der Lucktscheppe forderten einst und jetzt ein hohes handwerkliches Können der Schneiderin. Der Name leitet sich von „überlucken“ ab, denn die Lucktscheppe ist zweiteilig: der Rock wird auf einen Leinenleib gearbeitet, darüber zieht man die „Tscheppe“, eine kurze, eng geschnittene Miederjacke mit Schößchen. Die Passform entsteht durch geschickt angebrachte Falten und Tressen und jeder Ärmel für sich ist ein kleines Kunstwerk. Zu den Prozessionen durften die sogenannten „Liechltrager“, Mädchen in dunklen Gewändern mit weißen Schürzen die Kerzen tragen.

Deferegger Festtagstracht >
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Deferegger Festtagstracht

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Deferegger Sonntagstracht

Die Deferegger Festtagstracht ist eine schlichtere Ausführung des historisch überlieferten Gewandes. Anstelle der vielen bunten Borten finden sich nun gestickte Bordüren auf dem Brustlatz.

Das alte Deferegger Gewand besteht aus vielen einzelnen Elementen, die übereinander getragen und gebunden werden. Statt einer weißen Bluse ragen die bunten „Ärbln“ aus bedruckten Samt unter dem Mieder hervor. Darüber kommt der weite Kittel aus „Ras“, einem schweren Leinen-Wollstoff. Der breite Saum, der „Stoß“ aus Loden schützt den Rock vor Abnützung und gibt ihm viel Schwung.

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Altes Deferegger Gewand

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A-9900 Lienz | Tirolerstraße 23, 1. Stock | Tel. +43(0)485265169
E-Mail: marianna@atelier-marianna.at

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